Vorbereitet auf antifeministische Angriffe: Empfehlungen für Veranstaltungen

Ein Arbeitspapier aus der Praxis von der Fachstelle gegen Antifeminismus und Queerfeindlichkeit Baden-Württemberg, Gunda-Werner-Institut, Meldestelle Antifeminismus bei Lola für Demokratie e.V. und Spotlight - Antifeminismus erkennen und begegnen.

 

Gerade bei öffentlich angekündigten Veranstaltungen mit feministischen oder queeren Inhalten besteht ein zunehmendes Risiko für antifeministische Angriffe – etwa durch gezielte Online-Mobilisierung, Shitstorms oder Störungen und Bedrohungen vor Ort. Das Arbeitspapier bietet praxisnahe Empfehlungen zum sicheren Umgang mit Antifeminismus bei Veranstaltungen – von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur Nachbereitung. Neben Hintergrundwissen findet ihr eine kompakte Checkliste sowie Anlaufstellen und weiterführende Literatur.

 

Zur Handreichung hier entlang.

Sie können Argumente gegen Antifeminismus gebrauchen? Dann ist hier vielleicht etwas dabei:

  • Das Positionspapier "Gemeinsam für eine geschlechtergerechte, vielfältige Wissenschaft: Antifeministischen Positionen entgegentreten!" der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragen an Hochschulen e.V. ist hier nachzulesen.
  • Die Seite der Amadeu Antonio Stiftung www.gegen-antifeminismus.de  nimmt zehn verschiedene antifeministische Behauptungen unter die Lupe und widerlegt diese.
  • Argumente und Antwortmöglichkeiten zu klassischen antifeministischen und vielfaltsfeindlichen Behauptungen finden sich hier.

 

Eine Auswahl an Informationen rund um das Thema Sicherheit ist hier zu finden:

Sie benötigen persönliche Beratung oder Unterstützung bei antifeministischen Vorfällen? Hier finden Sie mögliche Ansprechpartner:innen:

Die fünf Mobilen Beratungsteams in NRW kümmern sich um alle, die sich mit Rechtsextremismus oder Rassismus auseinandersetzen wollen oder müssen – sei es aufgrund konkreter Vorfälle oder um für den Umgang mit diesen Themen gut vorbereitet zu sein. Die Teams der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus leisten Hilfe zur Selbsthilfe und vernetzen Engagierte vor Ort. Die Teams helfen dabei, extrem rechte Vorfälle einzuschätzen, Handlungsstrategien zu erarbeiten und Konzepte zu entwickeln. Dabei geht es oft auch um die Sensibilisierung hinsichtlich ausgrenzender Einstellungen – explizit auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft.

 

Seit 2019 arbeitet die AG Antifeminismus des Bundesverbands verstärkt zum Thema Antifeminismus. Die Mobilen Beratungsteams bieten Beratungen bei antifeministischen Aktivitäten oder dem Wunsch sich hierzu präventiv aufzustellen. Weitere Informationen zur bundesweiten Struktur und zu Beratungsmöglichkeiten in anderen Bundesländern finden Sie beim Bundesverband der Mobilen Beratungen

 

Darüber hinaus bietet die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) eine zentrale Anlaufstelle für Zivilgesellschaft, Fachpraxis, Wissenschaft, Politik und Medien im Bereich des türkischen Rechtsextremismus.

Die Meldestelle Antifeminismus dokumentiert als bundesweite Meldestelle antifeministische Vorfälle. So werden antifeministische Zustände und die Auswirkungen des breiten gesellschaftlichen Antifeminismus anhand konkreter Daten sichtbar gemacht. Die Erfahrungen von denjenigen werden in den Blick genommen, die von antifeministischen Angriffen betroffen sind. Nicht zuletzt, um Antifeminismus in seiner Relevanz für antidemokratische und menschenfeindliche Bestrebungen mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihnen entsprechend entgegenzutreten. Je mehr Vorfälle dokumentiert werden, desto konkreter und differenzierter kann die gesellschaftliche Realität abgebildet und Veränderungen angestoßen und eingefordert werden.

 

Auf der Seite der Meldestelle können Sie problemlos und vertraulich antifeministische Vorfälle melden. Die Meldestelle bietet darüber hinaus weitergehende Unterstützung und die Vermittlung von psychosozialer, juristischer und Betroffenenberatung an und setzet sich auf politischer Ebenen gegen Antifeminismus ein.  

 

Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit in NRW (MIQ) dokumentiert und analysiert queerfeindliche Vorfälle in NRW. Das von zivilgesellschaftlichen, queeren Selbstorganisationen getragene Projekt informiert über Queerfeindlichkeit und setzt sich für eine bessere Unterstützung von Betroffenen und für die Prävention queerfeindlicher Gewalt ein und ist Teil des Meldestellenverbunds NRW.

Betroffene queerfeindlicher Gewalt können sich für Unterstützung an die MIQ wenden und Vorfälle melden.

 

Auch in anderen Bundesländern wird der Aufbau von Informations-, Dokumentations- und Meldestellen zu Queerfeindlichkeit vorangetrieben. In Baden-Württemberg bietet die Fachstelle gegen Antifeminismus und Queerfeindlichkeit (FAQ) eine Anlauf-, Monitoring-, Informations- und Vernetzungsstelle zum Thema Antifeminismus und Queerfeindlichkeit. Auch hier können Betroffene queerfeindlicher Gewalt Unterstützung suchen und Vorfälle melden.

HateAid stärkt die Demokratie im digitalen Raum und bietet bei digitaler Gewalt unmittelbar Beratung und rechtliche Unterstützung an. Alle Betroffenen, die selbst keine digitale Gewalt verbreiten, können sich an HateAid wenden. Auf Wunsch erhalten die Betroffenen zunächst eine emotional stabilisierende Erstberatung und je nach Bedarf folgen weitere spezifische Beratungen durch geschulte Betroffenenberater*innen. Die Beratung ist nicht kostenpflichtig und erfolgt unverbindlich. In ausgewählten Fällen unterstützt Hate Aid Betroffene zudem bei der Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche.  

 

Weiter versucht Hate Aid die Grundvoraussetzungen für Menschen, die digitale Gewalt erleben, nachhaltig verbessern. Deswegen klärt das Team von Hate Aid Politik, Justiz und Wirtschaft über Hass im Netz auf und erarbeiten konkrete Lösungen zur Stärkung demokratischer Grundwerte im digitalen Raum.  

 

 

Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) ist die geschlechterpolitische Stimme im wissenschafts- und hochschulpolitischen Diskurs und bringt Positionspapiere, Handlungsempfehlungen und Stellungnahmen zu gleichstellungspolitischen Themen heraus. Themen sind z.B. Antifeminismus und Hate-Speech, Geschlechtervielfalt und sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen.

 

In der bukof sind alle verbunden, die Struktur und Kultur von Hochschulen in Deutschland geschlechtergerecht gestalten. Die bukof ist als gemeinnütziger Verein organisiert und bietet allen Gleichstellungsakteur*innen an Hochschulen eine gemeinsame Plattform. Sie dient dem wechselseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch zu hochschul- und gleichstellungspolitischen Themen auf Landes-, Bundes- und Hochschulebene.

 

Eine NRW-weite Vernetzung bietet zudem die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika des Landes Nordrhein-Westfalen (LaKof).

Der Scicomm-Support setzt sich für einen demokratischen Wissenschaftsdiskurs ein und hat zum Ziel, das Wissenschaftssystem resilienter gegen unsachliche Kritik, Hatespeech und weitere Formen von Wissenschaftsfeindlichkeit zu machen.

Auf der Website werden weiterführende Informationen, aktuelle Studien, Hintergründe zu den Themen digitale Gewalt, Hassrede und gezielte Angriffe gegen Wissen­schaft­ler*innen und Wissen­schafts­kommu­ni­ka­tor*innen bereitgestellt sowie hilfreiche Tipps und Strategien zum richtigen Umgang mit diesen Angriffen.

Der Scicomm-Support bietet neben Trainings und Weiterbildungen in diesen Themenfeldern auch eine telefonische Beratung für Personen an, welche von (digitalen) Angriffen in der Wissenschaftskommunikation betroffen sind.

 

Der Scicomm-Support ist eine gemeinsame Initiative des Bundesverbands Hochschulkommunikation und Wissenschaft im Dialog. Darüber hinaus ist er Teil des Pionier-Projektes KAPAZ (Kapazitäten und Kompetenzen im Umgang mit Hassrede und Wissenschaftsfeindlichkeit).

 

 

In der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (BAG) haben sich die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zusammengeschlossen. Sie vertreten die Interessen von Frauen auf Bundesebene und schaffen ein bundesweites Forum für frauen- und gleichstellungspolitische Diskussionen, sichern den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss zwischen den Kolleginnen und klären Fragen des eigenen Berufsstandes. 

 

Als Agentinnen des Wandels mischen sich die Mitglieder der BAG in Politik- und Verwaltungshandeln ein. Sie engagieren sich für frauen- und geschlechterpolitische Gerechtigkeit sowie gegen Mehrfachdiskriminierung. Sie üben konstruktive Kritik an politischen Strukturen und Entscheidungen und bringen frauenpolitische und geschlechterpolitische Vorschläge für Veränderungen ein.

 

Informationen zum NRW-weiten Netzwerk kommunaler Gleichstellung finden Sie bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsstellen in NRW.

Der bff ist der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland. Im bff sind über 210 Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen zusammengeschlossen. Sie leisten in Deutschland den hauptsächlichen Anteil der ambulanten Beratung und Hilfestellung für weibliche Opfer von Gewalt.

Durch Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen ächtet der Dachverband Gewalt gegen Frauen und Mädchen und nimmt maßgeblich Einfluss auf politische Entscheidungen.

Der bff führt Seminare und Tagungen durch, verbreitet Expertise aus Praxis und Forschung und entwickelt Informationsmaterialien zum Thema Gewalt gegen Frauen.

 

Darüber hinaus finden Sie NRW-weite Angebote und Informationen beim Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW, der LAG Autonomer Frauenhäuser NRW und der LAG autonome Mädchenhäuser/ feministische Mädchenarbeit NRW e.V.

Die Betroffenenberatungsstellen in NRW bieten umfassende Unterstützung für Betroffene von rechter, rassistischer, antisemitischer und anderer menschenfeindlich motivierter Gewalt sowie deren Angehörigen und Zeug:innen – von Hilfe bei der Antragsstellung für finanzielle Unterstützung bis zur Begleitung vor Gericht gibt es viele individuell abgestimmte Möglichkeiten. Die Beratung ist vertraulich, parteilich, auf Wunsch anonym, kann örtlich flexibel und bei Bedarf in Zusammenarbeit mit einer Sprachmittlung erfolgen. Das Angebot kann unabhängig von Behörden, Nationalität, Aufenthaltsstatus und ohne Voraussetzung der Stellung einer Strafanzeige in Anspruch genommen werden.

 

In Nordrhein-Westfalen bieten Ihnen die Opferberatung Rheinland in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln und die Beratungsstelle BackUp in den Regierungsbezirken Detmold, Arnsberg und Münster Unterstützung an.

 

Eine Übersicht bundesweiter Anlaufstellen finden Sie beim Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Bundesweit gibt es verschiedene Angebote der Ausstiegs- und Distanzierungsberatung. Diese richten sich sowohl an Personen, die selbst aus der (extremen) Rechten oder auch fundamentalistischen Strukturen aussteigen möchten, als auch an deren Angehörige, Freund:innen und das Nahumfeld. Ausstiegsberatungen bieten vertrauliche Gespräche und Unterstützung beim Ausstieg, aber auch fachliche Informationen und Angebote für Multiplikator:innen. 

 

In Nordrhein-Westfalen können Sie sich für nähere Informationen zum Ausstieg aus der (extremen) Rechten an die Projekte NinA NRW und Spurwechsel NRW wenden. 

Bundesweite Beratungsangebote finden Sie bei der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ e.V. (BAG Ausstieg).

 

Darüber hinaus bietet das Netzwerk Fundamental frei Unterstützung beim Ausstieg aus evangelikalen Glaubensgemeinschaften und Freikirchen und schafft Öffentlichkeit für das Thema des evangelikalen Fundamentalismus. 

Bei Fragen und Konflikten im Zusammenhang mit religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften, sogenannten "Sekten", und Verschwörungsideologien können Sie sich an die Sekten-Info NRW wenden.

Sie haben die Ausstellung vor Ort verpasst?

 

Dann schauen Sie doch in den Band zur Ausstellung "Antifeminismus - eine politische Agenda". Hier geht's weiter.

 

Kontakt

 

Spotlight - Antifeminismus erkennen und begegnen

c/o Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.

 

Bendahler Str. 29

42285 Wuppertal

 

info(at)spotlight-antifeminismus.de